Schlagwort: Models

Der Einsatz von professionellen Modellen ohne besondere, vorausgehende Prominenz der Person ist, wenn überhaupt, nur indirekt nachzuweisen. In nahezu allen Kulturen war die Berufstätigkeit von Frauen strengen Regeln unterworfen. Frauen, die ihre Schönheit kommerziell nutzten oder gar vermarkteten, drohte ein schlechter Ruf und ein damit verbundener Ausschluss aus der Gesellschaft. Männern wäre eine Arbeit als beruflicher Vorführer von Modewaren oder Schmuck aufgrund ihres traditionellen Rollenverständnisses wohl ebenso gesellschaftlich sanktioniert worden.

Gleichzeitig aber war die dekorative Industrie zwingend abhängig von der Präsentation ihrer Produkte. Vermutlich wurden Sklaven, Hausangestellte, Lehrlinge, Verwandte und Bekannte zum Vorführen verpflichtet. Erst seit den 1920er Jahren sind berufliche Models als professionelle Arbeitnehmerinnen, ab den 1960er Jahren auch als Arbeitnehmer belegt.

Nach dem Ersten Weltkrieg veränderte die Modeschöpferin Coco Chanel nachhaltig die Modelandschaft. Mit ihr setzt auch die Ära der beruflichen Models ein, da sie die Modepräsentationen aus den Privaträumen von reichen Kundinnen herausholte und daraus große Veranstaltungen machte, zu denen sie auch die Presse einlud.